Gioia Falk / Forian Osswald:  "Äußere Bilder - Innere Bilder"  -  Das Bild und seine Wirkung

Wie gestalten wir einen gesunden Rhythmus von Innen und Außen, von Wachen und Schlafen. Wie wirken Gebärden, welche inneren Erlebnisse lösen sie aus und wie interpretieren wir sie? Haben wir noch die Zeit hinzuschauen, -hören, wie sich ein Eindruck in uns entwickelt?
Wie lange brauchen wir, um Bilder zu verarbeiten? Wie ist es bei Angst und Schrecken?
Was hält die Seele in Fluss? Ein Lächeln, ein Donner- wie bewegt uns das?
Das innere Verarbeiten kann mit dem äußeren Aufnehmen sich abwechseln wie Tag und Nacht.
Wie erreichen wir dabei, dass die eigene Phantasie aufblüht?
Wer kann unbeschwert aus dem Vollen schöpfen?


 

Gioia Falk - 1977-1981 Ausbildung bei Elena Zuccoli. Anschließend Eurythmiebühne München, Friedhelm Gillert, sowie Dozentin an der Eurythmieschule. Ab 1987 Eurythmiebühne Goetheanum, Schweiz. Tourneen in Europa, Südamerika, Afrika, Russland; seit 2010 Projekte mit Kindern und Erwachsenen sowie professionellen Künstlern von Eurythmie, Schauspiel und Musik. Einstudierungen und Leitungsaufgaben; derzeit künstlerische Gesamtleitung der Mysteriendramen von R. Steiner am Goetheanum , Generalsekretärin der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.


Florian Osswald - geboren in Basel, Schweiz, studierte Verfahrensingenieur. Nach einer Ausbildung zum Heilpädagogen in Camphill, Schottland, besuchte er das Lehrerseminar in Dornach. Während 24 Jahren unterrichtete er Mathematik und Physik an der Rudolf Steiner Schule Bern-Ittigen und war in verschiedenen Ländern als kollegialer Berater tätig. Seit Anfang 2011 leitet er zusammen mit Claus-Peter Röh die Pädagogische Sektion am Goetheanum.

Künstlerischer Ausklang:

Große stille Raumform des Else-Klink-Ensembles Stuttgart

 

Offenbarung der verborgenen Kräftewirkungen in Erde und Kosmos


In dieser eurythmischen Formkomposition in der Stille wird der Vortrag, den Rudolf Steiner am 06. Oktober 1923 über die „Weihnachts-Imagination“ gehalten hat, durch die Kunst der Eurythmie in schöpferischen Bildern zur Darstellung gebracht. Die stumme Formkomposition erhält gerade dadurch, dass auf sprachliche und musikalische Elemente verzichtet wurde, eine starke Aussagekraft durch sich selbst. Sie ist in sieben Abschnitte bzw. in sieben Bilder gegliedert, sodass die Zuschauer den Prozess, welchen Erde und Kosmos zur Tiefwinterzeit vollziehen, durch die eurythmische Gestaltung nachempfinden können. 


 

 

Das Rätsel des Judas

Verrat und Gewissen


„Ich habe meinen Feind überschätzt. Lerne denn abermals, Himmelsfürst: Wäre mir verstattet, in eigener Person zur Erde zurückzukehren, nicht auf dreißig Jahre, sondern auf dreißig Stunden – ich machte alle Menschen mir anhangen, und alle Versuchungen des Himmels könnten auch nicht einen einzigen bewegen, mich zu verraten ...“ (aus Thornton Wilders „Hast du nicht achtgehabt...“).

Das Thema des Programms „Das Rätsel des Judas“ ist  gerade in der gegenwärtigen Zeitlage sehr aktuell. Im Grunde genommen ist Judas der heutige Mensch. Täglich – ob bewusst oder unbewusst – werden wir  zum Verräter an unserer Umwelt, an unseren Mitmenschen, an unseren Idealen und somit an uns selbst. Aber aus welchen Motiven heraus entsteht Verrat? Entsteht er aus Gewissenlosigkeit? Diese Thematik wird im Programmverlauf durch eine Textcollage mit Werken von Thornton Wilder, Christian Morgenstern, Albert Steffen und aus dem Evangelium nach Johannes bis ins Dramatische gestaltet. Abgeschlossen wird das Programm mit dem Klavierquintett in g-moll (Op. 57) von Dimitri Schostakowitsch, das 1940 entstand. In diesem (seinem einzigen) Quintett erzeugt Schostakowitsch eine Gebrochenheit der Musik, die romantischen Überschwang vermeidet und emotionale Gegensätze in unterdrückte Passion übersetzt. Mit seiner feinen, künstlerischen Vorahnung entstand ein musikalisches Werk, das unterschwellig von der dunklen Bedrohung, die noch auf die Menschheit zukommen sollte, erzählt.


Else-Klink-Ensemble Stuttgart

Das Eurythmeum Stuttgart - 1924 noch von Rudolf Steiner und Marie Steiner von Sivers selbst gegründet - war von Anfang an sowohl ein Ort der Ausbildung als auch eine Stätte intensiver künstlerischer Arbeit.

Else Klink hat ein halbes Jahrhundert lang mit ihrer Gestaltungskraft und künstlerischen Genialität das Bühnenensemble am Eurythmeum geprägt und zu internationalen Erfolgen geführt. Durch Ihre engagierte Arbeit gelang der Eurythmie ein bedeutender Schritt in das öffentliche Kulturleben. Als besondere Schwerpunkte sind dabei die großen Auslandstourneen und verschiedene Operninszenierungen zu nennen.

Das Bühnenensemble heißt heute seiner Gründerin zu Ehren Else-Klink-Ensemble und präsentiert sich unter der künstlerischen Leitung von Benedikt Zweifel mit jährlich wechselnden Eurythmieprogrammen auf Bühnen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz