„Von der schöpferischen Kraft erzählter Bilder – und ihre Bedeutung für die innere Autonomie des Menschen“

Bilder sind in unserem Leben allgegenwärtig. Der Vortrag geht auf die besondere Beschaffenheit erzählter Bilder gegenüber visuell vermittelten Bildern ein und skizziert die Bedeutung des Bilderschaffens für die Autonomiebildung des Menschen. Wir werden dabei unterschiedliche Qualitäten von erzählten Bilder kennenlernen und ihre Wirkung gemeinsam anschauen.


 

Dr. Christiane Haid - geb. 1965. Studium der Erziehungswissenschaften, Germanistik, Geschichte und Kunst in Freiburg und Hamburg. 1993 Friedrich von Hardenberg-Institut Heidelberg, Forschungen zur Geschichte der Anthroposophie; 2001 Sektion für Schöne Wissenschaften am Goetheanum; 2006 Albert Steffen Stiftung; 2009 Leiterin des Verlags am Goetheanum, 2012 Promotion: Mythos Traum und Imagination, die Kleinen Mythen Albert Steffens, 2012 Leiterin der Sektion für Schöne Wissenschaften. Veröffentlichungen zu anthroposophischen, historischen und literarischen Themen.


 

Ekmek-Kadaif ... oder wie man ein Meisterdieb wird



GoodMuenchenIMG 4072Ist es nicht so, dass ein jeder Lebende viele verschiedene Gesichter hat, je nach den Augen, die ihn betrachten?
Ali ist am Ende seines Lebens angelangt, und in einem stillen Moment steigt in ihm seine ganze Seelenwelt aus der Erinnerung auf.
Wind ... Wüste ... Sand ... ein Lied ...  Die Mutter ...  Sein Lehrer ... und... Leila, die Liebe ... Leila ...
In diesen Erinnerungsbildern kann er, vielleicht stärker als im Augenblick des Erlebens, wahrnehmen, welche Momente ihn in seinem Leben sich selbst wirklich näher gebracht haben. In der Begegnung mit seiner Mutter wird klar, wie dieselbe Situation verschieden betrachtet werden kann. Bei seinem Lehrer lernt er, anders als auf die "normale" Weise auf die Welt zu schauen. In dem Zusammentreffen mit Leila erlebt er, dass er auf die Ahnung seines Herzens vertrauen kann, da dieses doch wahrhaftiger sieht als seine bloßen Augen.

Wir haben drei Momente aus Alis Leben herausgeholt, in denen er diese besonderen Begegnungen erlebte. Sie waren für ihn wertvoll, weil sie sich in seinen Rückblicken als wahr und eindeutig zeigen.

Tauchen Sie mit uns ein in Alis Erinnerungen!   Wir wünschen Ihnen einen zauberhaften Vormittag!

Idee, Konzept, Gestaltung Rafael Tavares und Barbara Bäumler

Mitwirkende:

Eurythmie Barbara Bäumler, Edwin Kobbé, Rafael Tavares, Evgenija Naumenko, Heesook Oh, Ekaterina Zubchaninova
Schauspiel Barbara Stuten, Musik und Komposition Ines Brodbeck und Jaro Milko
Percussion Ines Brodbeck und Zither Jaro Milko aus Basel
Licht Christian Foskett, Bühnentechnik Florian Döbbeling und David Stuten, Kostüm Celeste Roux
Leitung der Goetheanum Eurythmie-Bühne Margrethe Solstad

Für Kinder ab dem Schulalter


 

 

Weitere Informationen folgen...

 


 

Gioia Falk


 

Gioia Falk - 1977-1981 Ausbildung bei Elena Zuccoli. Anschließend Eurythmiebühne München, Friedhelm Gillert, sowie Dozentin an der Eurythmieschule. Ab 1987 Eurythmiebühne Goetheanum, Schweiz. Tourneen in Europa, Südamerika, Afrika, Russland; seit 2010 Projekte mit Kindern und Erwachsenen sowie professionellen Künstlern von Eurythmie, Schauspiel und Musik. Einstudierungen und Leitungsaufgaben; derzeit künstlerische Gesamtleitung der Mysteriendramen von R. Steiner am Goetheanum , Generalsekretärin der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.


BALD NAHT DIE NACHT

  • Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett op. 110
  • Dag Hammarskjöld: aus: „Zeichen am Weg“ mit Musik von Riho Peter-Iwamatsu
  • Johann Sebastian Bach: Klavierkonzert A-Dur, BWV 1055

DSC 1039 Marcel SorgeDmitri Schostakowitsch (1906-1975) besuchte Dresden im Juli 1960. Die Bilder der zerbombten Stadt erzeugten in ihm eine große Erschütterung. Innerhalb von drei Tagen brachte er noch in Dresden sein 8. Streichquartett zu Papier. „Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges“ heißt die offizielle Widmung. Aus Gesprächen mit dem Komponisten wurde klar, dass er dieses Werk auch als ein persönliches Requiem für sich selbst geschrieben hat. Er benutzt das musikalische D-Es-C-H-Thema, welches seinen eigenen Initialen entspricht – wie bereits J. S. Bach, der seine eigenen Initialen in seinen Kompositionen verarbeitete. Dieses zentrale Ich-hafte Motiv taucht in jedem der fünf Attacca-Sätze auf. Schostakowitsch setzt sich so auf vielfache Weise mit sich selbst auseinander: mal melancholisch-streng, mal spielerisch, dann wieder kriegerisch. Später taucht es ringend und schmerzhaft auf, um schließlich im letzten Satz als fugales Motiv in eine gelöste Weite hinein zu verklingen.

DSC5899 Anna KrygierZeitgleich um 1960 arbeitete Dag Hammarskjöld (1905-1961) als UN-Generalsekretär in New York. Es war eine Zeit großer kriegerischer Krisen (Suez-Krise, Kongo-Krise, Kalter Krieg) an vielen Orten der Welt. Sein Tagebuch erschien posthum im Jahr 1961. Es enthüllt Dag Hammarskjöld als modernen Mystiker, der einen spirituellen Weg gegangen ist und aus diesem Hintergrund heraus versucht hat, sich für eine „neue Zusammengehörigkeit“ der Menschheit einzusetzen. Sein Lebensweg war einsam. Nur durch seine Spiritualität konnte er ihn so wirkungsvoll gestalten, im stetigen Bemühen, die Völkerverständigung zu stärken und Polarisierungen aufzuheben. Am 7. September 1961 kam er durch einen herbeigeführten Flugzeugabsturz zu Tode.  

DSC 1135 Marcel SorgeSowohl Schostakowitsch als auch Hammarskjöld haben sich stark mit dem Thema Krieg und Frieden beschäftigt, das auch das Programm von „Bald naht die Nacht“ bestimmt. In ihrer Betroffenheit über die heutige Gewalt in vielen Ländern haben sich die Künstlerinnen und Künstler der Goetheanum Eurythmie-Bühne von Schostakowitsch und Hammarskjöld inspirieren lassen. Denn beiden scheint es erst durch ihre jeweilige, intensive SelbstBegegnung möglich gewesen zu sein, ihre Werke zu vollbringen: das tiefe und vielschichtige Schaffen der Eine, der Andere sein brückenbauendes Wirken. Ihr Weg ist der Leitfaden des Programms.

Mitwirkende: Barbara Bäumler, Marianne Eidsvaag, Edwin Kobbé, Evgenia Naumenko, Heesook Oh, Riho Peter-Iwamatsu, Rob Schapink, Marcel Scialdone, Margrethe Solstad, Rafael Tavares de Oliviera, Mirjam Tradowsky, Ekaterina Zubchaninova

Sprache: Barbara Stuten, Musik: Camerata Da Vinci

Leitung: Margrethe Solstad